Unsere Geschichte

In den sechziger Jahren war bei Stadtplanern überall in Deutschland der "Hochhauswahn" ausgebrochen, auch bei denen in Oberursel. Im Gebiet Rosengärtchen wurde eine Siedlung mit Hochhäusern aus dem Boden gestampft. Die Ansiedlung der Alte Leipziger-Versicherungsgruppe in der Atzelhöhl zwischen Oberhöchstadter Straße und Königsteiner Straße war fast beschlossene Sache, ohne daß ein schlüssiges Verkehrskonzept vorlag. Überall in Oberursels Innenstadt drohten Verkehrsstaus. Die Planung und der Bau von Umgehungsstraßen wurde von den Oberurseler Parteien nur halbherzig oder gar nicht  unterstützt. Oberstedten, Stierstadt und Weißkirchen waren damals noch selbständig. 

 

Hochhauswahn und Verkehrsdruck stießen bei vielen Oberurseler Bürgern auf Widerstand. Im Jahre 1967 schlossen sich mehrere Bürgerinitiativen zur Oberurseler Bürgergemeinschaft - OBG zusammen. Zu den Gründern gehörten Amtsgerichtsdirektor Otto E.Wackermann von der Initiative Oberhöchstadter Berg/ Atzelhöhl, Hans Rey von der Initiative für den Bau von Entlastungsstraßen - Ortsumgehung Oberursel Feldbergzubringer und Weingärtenumgehung und Dr. Konrad Michael von der Initiative Hohemarkstraße/Rosengärtchen .

Schon ein knappes Jahr nach der Gründung stellte die OBG für die Kommunalwahl 1968
erstmals eine Liste auf, und es kamen auf Anhieb drei OBG-Stadtverordnete ins Stadtparlament, Dr. Werner Bode, Hans Rey und Albert Wolf.

Die ersten Jahre waren für die Mandatsträger eine schwere Zeit. Alle Parteien beäugten die Neulinge mit Misstrauen, da sie eine Änderung der Machtverhältnisse befürchteten. Unterstützung oder wenigstens eine gewisse Toleranz wurde den Anfängern nicht gewährt. Aus wichtigen Ausschüssen blieben sie ausgeschlossen, und damit fehlten ihnen wichtige Entscheidungshilfen.

Nach den Kommunalwahlen von 1972 änderte sich das. Erstmals wurde ein Stadtparlament für die durch Eingemeindungen vergrößerte Stadt gewählt. Die OBG hatte wieder eine attraktive Liste parteiunabhängiger Bürger
aufgestellt, auch aus den Ortsteilen, und sie kam wieder ins Parlament, diesmal mit Sitz in den Ausschüssen und im ehrenamtlichen Magistrat.

Die OBG ist seit 1968 ununterbrochen im Stadtparlament vertreten mit bis zu sieben Stadtverordneten und im Magistrat mit bis zu zwei ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern. Auch in den Ortsbeiräten von Oberstedten und Stierstadt und im Beirat Bommersheim ist die OBG vertreten. Im Ortsbeirat Weißkirchen war sie es bis 2006.

 

Im Zeitraum von 1968 bis 1997 sind viele Entscheidungen von der OBG vorangetrieben und mit anderen Fraktionen des Stadtparlamentes gemeinsam auf den Weg gebracht worden. Die kommunalpolitischen Gegner, am Anfang alle Parteien, haben es längst aufgegeben, die OBG als „Vorgartenpartei" zu verunglimpfen, und arbeiteten mehr oder weniger freudig mit ihr zusammen.

 

Ohne die OBG wäre der Bau der Nordumfahrung B 455 neu/A661 und der Weingärtenumgehung nicht erfolgt. Die Nordumfahrung, damals "Feldbergzubringer" genannt, ging zwanzig Jahre lang nur bis zur Lahnstraße. In den Jahren 1978 bis 1984 stellten die im Oberurseler Stadtparlament vertretenen Parteien jeder Couleur den Weiterbau in Frage und hintertrieben ihn teilweise regelrecht. Eine Beerdigung vierter Klasse sollte auch der Weingärtenumfahrung zuteil werden. Die Straßenbauträger - der Bund für die B455 und das Land für die Weingärtenumgehung - hatten klargestellt, dass die Umgehungsstraßen nicht gebaut würden, wenn die Oberurseler Bevölkerung sie nicht wolle.

Nur die Oberurseler Bürgergemeinschaft hielt konsequent und mit sachlichen Argumenten die Fahne der Entlastung vom Durchgangsverkehr hoch. Da steter Tropfen bekanntlich den Stein höhlt, hatte sie schließlich Erfolg, und es fand sich allmählich eine Mehrheit in allen Parteien, die die Entscheidungen für die Straßen im Stadtparlament mittrug.


Weitere Umgehungsstraßen stehen an. Die OBG setzt sich energisch für die Südumfahrung von Weißkirchen ein. Ursprünglich war es die ortsnahe Lösung, die die OBG vehement vertrat, weil sie binnen kurzer Zeit
hätte verwirklicht werden können. Doch nach Anwohnerprotesten ist es die ortsferne Variante, die die OBG favorisiert.

 

Im Zusammenhang damit will die OBG auch für Stierstadts Ortskern Entlastung durch eine Umgehungsstraße schaffen, die von der Ortsgrenze nach Oberhöchstadt über bereits bestehende und neue Wegeverbindungen zwischen Steinbach und Stierstadt über die S-Bahn zur geplanten Südumfahrung geht. Diese Westtangente wird bis jetzt von den anderen Fraktionen abgelehnt.


Der Bau des alten Hallenbades und insbesondere der Bau der Stadthalle an der jetzigen Stelle sind weitere Erfoplge der OBG. Die Stadthalle als Allzweckhalle hat sich als „Gut Stubb" bewährt. Die OBG setzte sich beim Bau für die Verwendbarkeit als Kino durch den Einbau der teilbaren Empore ein.


Das Hallenbad wurde im Laufe der Zeit renovierungsbedürftig und hätte sich auch wiederherstellen lassen. Leider stand die OBG mit dieser Forderung allein auf weiter Flur. Alle anderen Fraktionen wollten keinen Euro mehr in die Erneuerung des Daches und der Technik investieren, die das alte Hallenbad auf weitere zwanzig Jahre funktionsfähig gehalten hätte. 2012 steht die Stadt nun vor dem Dilemma, dass eine gleichzeitige Renovierung des Freibads und der Neubau des Hallenbads in der geplanten Form nicht mehr finanzierbar sind. Selbst der geplante und vor allem von OBG und Bündnis 90/Die Grünen verhinderte Verkauf des Altkönigsportplatzes als Baugelände hätte dazu nicht ausgereicht.


Auch im sozialen Bereich und für das Vereinsleben hat es zahlreiche von der OBG vorangetriebene Initiativen gegeben. Sie sind personell mit dem Namen des langjährigen Stadtrats und ehrenamtlichen Sozialdezernenten Helmut Reutter verbunden.

Eine der wichtigsten personellen Weichenstellungen der OBG war es, im Jahr 1990 den damaligen Regierungsdirektor im Hessischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr, Eberhard Häfner, als Ersten Stadtrat und Baudezernenten nach Oberursel zu holen.

Dem versierten Fachmann, der bis zum Jahre 2003 im Amt war, gelang es, die Umgehungsstraßenbauten wie den Tunnel 455 neu - Eichwäldchen und die Bahnunterführung Gablonzerstraße-Weingärtenumgehung sowie den Bau der U-Bahn-Haltestelle Rosengärtchen und den Bau des S-Bahnhaltepunktes Stierstadt zu ermöglichen.

 

Bis 2006 koalierte die OBG im Stadtparlament mit CDU und FDP im Zweier- und Dreierbündbnis. Seit 2011 sind SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Koalitionspartner. Dr. Christoph Müllerleile, Fraktionsvorsitzender von 2006 bis 2011, wurde Stadtverordnetenvorsteher.

 

Derzeitiger Fraktionsvorsitzender ist Georg Braun, OBG-Vorsitzender Robert Rethfeld. Frühere Freaktionsvorsitzende sind Dr. Werner Bode, Karl Böhle, Wolfgang Pristaff, Klaus Weigand und Friedrich Krause.

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